Der heutige Tag war durch den Besuch des Open Air Museums ausgefüllt.
Die Felsenkirchen gehen auf die ersten Christen zurück und boten ihnen auch während der Christenverfolgung sicheren Unterschlupf. Das ging also bis zum Jahr 312, nachdem unter Kaiser Konstantin die Verfolgung aufhörte. Spätere Kaiser führten dann, insbesondere nach der Teilung des Reiches das Christentum als Staatsreligion ein. Im oströmischen Reich (Byzanz) blühte dann insbesondere in der römischen Provinz Kappadokien das Christentum auf. Sie wussten die Abgeschiedenheit der Täler zu schätzen und nutzten auch ganz bewusst den weichen Tuffstein für ihre Bauten weil er sich so gut bearbeiten ließ. So entstanden teilweise in Kopie bekannte Bauten der christlichen Kirche, indem sie nicht gebaut, sondern als Negativ aus dem Tuffstein gehauen wurden.
Entrückt dem Irdischen fühlten sich dann auch die ersten christlichen Mönche wohl, die hier in verborgenen Höhlen Einsamkeit und Kontemplation suchten.
Das antike Caesarea, die heutige kappadokische Stadt Kayseri, hatte neben Antiochia in der Türkei, Alexandria in Ägypten, Caesarea in Palästina und natürlich Konstantinopel, das heutige Istanbul einer der ersten Bischofssitze inne. Dem Metropolit von Caesarea in Kappadokien unterstanden schließlich 50 Bischöfe über ein riesiges Gebiet in Kleinasien, weit über die Grenzen Kappadokiens hinaus. Basilius der Große sollte fast schicksalhaft die Geschichte der künftigen christlichen Kirche prägen. Er, sein Bruder Gregor von Nyssa und sein Freund Gregor von Nazianz bildeten im 4. Jahrhundert das kappadokische Dreigestirn im Kampf für den trinitiätischen Glauben an die Dreifaltigkeit: Gott, Gottes Sohn und Heiliger Geist.
Diese drei kappadokischen Kirchenväter fanden die Formulierungen für das bis heute gültige Glaubensbekenntnis, das im 1. Konzil von Konstantinopel 381 n. Chr. seine endgültige Fassung erlangte.
Das 4. Jahrhundert kann daher als das für die Christenheit entscheidende Jahrhundert der Kappadokier genannt werden.
Dort wo es noch die wirklich schönen Fresken gab, hab ich das Fotografierverbot eingehalten. Wer will kann ja googeln ☺
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